Mein Weg: Vom Schüler zum Wing Chun Trainer
Alles begann vor rund 20 Jahren mit einem einfachen Flyer: „Lerne dich zu verteidigen!“ Damals wollte ich eigentlich nur Grundkenntnisse in der Kampfkunst erwerben, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.
Dass daraus eine lebenslange Leidenschaft werden würde, ahnte ich nicht. 1999 legte ich meine erste Prüfung im Ip Man Wing Chun Kung-Fu ab – und praktiziere es bis heute. Seit 2015 gebe ich dieses Wissen als zertifizierter Trainer unter der Leitung von Sifu Andriy Shevchenko weiter. Heute unterrichte ich als unabhängiger Trainer und bilde mich ständig weiter, um meinen Schülern stets die beste Qualität im Training zu bieten.
In meiner jahrelangen Praxis habe ich drei zentrale Erkenntnisse gewonnen, welche die besonderen Merkmale des Wing Chun definieren:
- Stabilität wie ein Baum: Wing Chun verleiht die Fähigkeit, in einer aufrechten Position vollkommen stabil zu stehen – unerschütterlich, selbst unter Druck.
- Kraft auf kürzestem Weg: Es ermöglicht, aus einer extrem kurzen, geradlinigen Bewegung heraus gewaltige Energie zu erzeugen. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der berühmte One Inch Punch.
- Fließen statt Blockieren: Die Verteidigung dient nicht dazu, die Kraft des Gegners plump zu blockieren. Stattdessen lernt man, diese Energie aufzunehmen und flexibel in jede beliebige Richtung abzuleiten.
Für mich ist klar: Auch als Trainer bleibt man ein ewiger Schüler. Wer glaubt, am Ziel angekommen zu sein, bleibt stehen. Deshalb setze ich mir ständig neue Ziele, um mich weiterzuentwickeln. Der wichtigste Maßstab bin ich dabei selbst: Wo stand ich gestern? Wo stehe ich heute? Und wo will ich morgen sein?
Michele Lasta
